WIRTSCHAFTSWOCHE NR. 49 / 27.11.1997
S C H U M P E T E R
Keine Zeit stehlen  
nachts und über Weihnachten. Pro Tag nimmt sich der Nürn-
 
sind. Nachbesserungen sollen tunlichst vermie-den werden. Auf die
 
könne? Engelhardts Vorbild ist eine amerikanische Zahnkli-nik mit Spezialisierung auf eiligen Rundum-service. Seine eigene Klinik betreibt Engelhardt seit einem Jahr, die Kundenkartei ist seitdem auf 500 Patienten ange-wachsen. Die wenigs-tens von ihnen müssen über Nacht bleiben. Für alle Fälle hält er für sie jedoch ein Büro und Sekretaratsservice bereit.

JULIA LEENDERTSE
Vorstände, Staatsse-kretäre und andere Führungskräfte konsul-tieren den Zahnarzt Thomas Engelhardt be-sonders gern. Denn während ein gewöhn-licher Dentist für ein neues Gebiß mehrere zeitraubende Termine ansetzten muß, braucht der Chef der Privaten Zahnklinik Königshof in Nürnberg nur eine ein-zige Sitzung - selbst bei einer Rundumsanierung. "Der Patient schläft
 
morgens mit einer Voll-narkose ein und wacht abends mit neuen Zähn-en auf", erklärt der 44jährige Zahnmedi-ziner. Auch sonst hat Engelhardt seine Be-handlungsmethoden ganz auf die Bedürf-nisse von Führungs-kräften abgestellt: Sein 30köpfiges Klinikteam mit drei weiteren Ärzten, vier Zahntech-nikern und einem Anäs-thesisten operiert auch am Wochenende,
 
berger maximal zwei Patienten vor: Intensive Behandlung, ständige
 
Idee einer Spezialklinik für termingeplagte Ma-nager kam der Nürn-
Kühlung gegen Schwellungen und der Einsatz von Fäden, die sich selbst auflösen, sol-en garantieren, daß die viel-beschäftigten Geschäftsleute am nächsten Tag wieder einsatzfähig
berger durch wiederholte Anfragen von Unternehmen, wie: Ob er Ihren - etwa nach Osteu-ropa entsende-ten - Manager mal eben übers Wochenende die Zähne wie-derherstellen
ZAHNKLINIK-CHEF ENGELHARDT:
Service für termingeplagte Führungskräfte
 

W E R B U N G
Santa Claus auf dem Laster
Getreu dem Klischee vom American Way of live kommt der Weihnachtsmann von Coca-Cola nicht mit dem Schlitten, sondern mit einem US-Truck. Der Limonadenpro-duzent nutzt die emotional besetzte Vorweihnachtszeit zur besseren Selbstdar-stellung:
Sechs Wochen lang schickt die Essener Zentrale in 132 Städte fünf knallrote 20tonner, jeder mit 30.000 Glühlämpchen dekoriert.
  In den Städten steuern sie zentral gelegene Plätze an und bauen eine Wagenburg samt
 
 
Zelten und Weihanchtsmann auf. Daß bei den stattfinden-den Spielen und Verlosungen keine Printen verteilt werden, sondern Coca-Cola-Merchan-diesing-Artikel, ist klar.
 Auf der Prjektionswand  laufen auch nicht Weihnachts-märchen, sondern der neueste
TV-Spot des Brauseproduzen-ten. Das Publikum scheint jedoch zufrieden: An manchen Tagen kommen mehr als 10.000 Besucher, schwärmen die Essener. Auf der Info-Line, bei der Anrufer Details zur Tour abfragen können, sollten täglich 600 Anrufe eingehen.
 
A R B E I T S M A R K T
Gute Karten für Verkäufer
Die Zahl der Stellenangebote für Vertriebsexperten ist von januar bis Oktober um 15 Pro-zent gegenüber dem Vorjah-reszeitraum gestiegen. Dies ermittelte der Hamburger Per-sonaldienstleister Adecco, der für die Wirtschaftswoche 40 Tageszeitungen auswertet. Mit 43 Prozent der Gesuche schalteten die Industrieunter-nehmen die meisten Anzeigen. 38 Prozent kamen von Dienst-leistern, insbesondere Tele-kommunikationsbranche und Softwarehäusern. "Wegen der bevorstehenden, weiteren De-regulierungen in der Telekom-munikation ist der Personal-bedarf in dieser Branche sehr groß", so Klaus Aden vom Personalberater Kienbaum in Düsseldorf. Zurückhaltender sind die Finanzdienstleister: Deren Offerten stiegen um 20 Porzent.
REDAKTION:
CLAUDIA TÖDTMANN
      
M A N A G E M E N T
Mut zum Feuern
Was zeichnet einen guten Manager aus? Zehn Tips von Microsoft-Chef Bill Gates:
- Wählen Sie nur ein Betätigungsfeld aus, das Ihnen Spaß macht. Ohne Enthusiasmus werden Sie nicht wirklich prduktiv sein.
 
- Um ein guter Manager zu sein, müssen Sie Menschen mögen und kommunizieren können.
- Fördern Sie Ihre Mitarbeiter, damit sie ihren Job besser machen als Sie selbst. Gute Manager schätzen es, wenn ihre Mitarbeiter ihnen Ver-antwortung abnehmen. Das gibt Freiraum für unerledigte oder neue Aufgaben.
- Legen Sie besonderen Wert auf die Personalauswahl und zögern Sie nicht, Mitarbeiter zu feuern. Ein durchschnittliches Team er-zielt nur durchschnittliche Resul-tate.
- Schaffen Sie ein prduktives Umfeld. Es gibt dafür jedoch kein Patentrezept.
- Definieren sie Erfolg. Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, was Erfolg ausmacht und wie ihre Leistungen zu beurteilen sind.

MICROSOFT-CHEF GATES:
Manager sollen selbst
anpacken
- Bauen Sie die Moral Ihrer Mitarbeiter auf. Sorgen Sie dafür, daß nicht nur die Topmanager feiern, wenn das Unternehmen Erfolg hat.
- Packen Sie selbst mit an. Das letzte, was Mitarbeiter wollen, ist ein Chef, der nur redet.
- Nehmen Sie sich Zeit für Ent-scheidungen, bleiben Sie dann aber dabei.
- Lassen sie Ihre Miarbeiter genau wissen, wer iher Leistung beurteilt.